Die Bäckerei-Konditorei Sieber in Au SG besteht seit 1878 und wird seit 1974 in vierter Generation durch Guido Sieber gerführt. Vorausschauendes Planen für zukünftige Entwicklungen war seit jeher ein Markenzeichen der Auer Dorfbäckerei. Sie war ebenso der erste Betrieb des St. Galler Rheintals, der 1953 vom Holzofen auf den Elektroofen umstellte, wie sie 1977 die erste Siloanlage für den automatischen Mehlabruf installierte. Seit zehn Jahren führt sie zudem ein Cafe.
Bekannt als «Internet-Beck» In Fachkreisen wird die Bäckerei Sieber heute allgemein «Internet-Beck» genannt. Guido Siebers Sohn Roger hat sich ein aussergewöhnliches Informatik-Fachwissen angeeignet und dieses für den Betrieb nutzbar gemacht. So treffen heute via Internet z.B. immer wieder Bestellungen aus den USA in Au ein. Der Qualitätsunterschied zwischen den Sieber-Produkten und der amerikanischen Massenware ist - dank Internet - auch in Amerika bekannt. Aber auch in der Region kommen die Kunden teils von weit her, weil sie die Sieber-Qualität schätzen. Guido Siebers Familienbetrieb war die erste Schweizer Bäckerei, die das Internet zu nutzen begann. Ein Besuch auf ihrer Homepage lohnt sich: www.backstube.ch
Quelle: Wolfgang Weber, Auer Zitig
Informatik in der Backstube
Die Bäckerei Sieber verwendet die Informatik auch in der Produktion. In der Backstube steht ein sogenannter Touchscreen - ein Bildschirm, der durch das Berühren seiner Oberfläche bedient wird. Hier können Rezepte abgerufen und für diverse Mengen umgerechnet werden. Kritische Punkte bei der Herstellung werden automatisch rot hervorgehoben.
In Lagerraum und Büro befinden sich miteinander vernetzte Computer, an denen Rezepte verändert, neu hinzugefügt und teilweise fürs Internet freigegeben werden. Das Computerprogramm errechnet aufgrund der Komponentenpreise auch gleich Gesamtpreis sowie Preis pro Stück und pro Kilogramm. Zudem zeigt es die gesetzlich vorgeschriebene Deklaration der Zutaten an. Rezepte und De-klaration können bei Bedarf als Karteikarte bzw. Etikette ausgedruckt werden.
Erstaunlich sind die niedrigen Kosten: PC und Touchscreen konnten als Occasion für nur 1700 Fr. erstanden werden, als Software genügt ein Windows-Betriebssystem mit MS-Office-Paket für je einige hundert Franken, der Internetzugang ist gratis, die Programmierung geschah in Eigenregie in bloss 15 Arbeitsstunden. Sieber beteiligte sich mit dieser Entwicklung auch an dem von der Fachschule Richemont durchgeführten und von der Pistor gesponserten Innovationspreis 1999 für das Bäcker-Konditor-Confiseur-Gewerbe und verdient mit seiner zukunftweisenden Lösung spezielle Beachtung, ce

